Mänu Steiner war der erste Vertreter im Aussendienst und wurde vom damaligen Verkaufsleiter Peter Müller eingestellt. Neben ihm gab es damals noch Agenten und Wiederverkäufer, welche auf eigene Rechnung die Schmierstoffe der Oel-Brack AG verkauften. «Midland gabs noch nicht. Damals war eine Multimarkenstrategie aktuell», erklärt Mänu Steiner. Die eigenen Marken hiessen unter anderem Perfectol und Pentex; importiert und produziert wurden Produkte der amerikanischen Marken Kendall und Quaker State. Die erste Kundenkartei baute Mänu mit auf. Die Karteikarten wurden noch mit Schreibmaschine beschriftet und mittels Fächern in Karteikästchen verwaltet. Am Ende der analogen Zeit war seine Kundenkartei auf zehn Kisten angewachsen. Mänus Verkaufsgebiet umfasste zuerst den Aargau und die ganze Zentralschweiz, später betreute er den Aargau und angrenzende Gebiete in den Kantonen Luzern und Zürich. Er erhielt immer mehr «Gspänli». Heute sind knapp ein Dutzend Midland Regionalberater in der ganzen Schweiz unterwegs. Mänu Steiner hat sich aus eigenem Antrieb ein riesiges Fachwissen angeeignet. Er las Bücher und Fachliteratur, redete mit den Bracks und kannte sich bald in der Familien- und Firmengeschichte genauso gut aus wie bei Schmierstoffen. Als einziger Verkäufer im Team absolvierte er berufsbegleitend die Ausbildung zum eidg. diplomierten Handelsreisenden (heute Key Account Manager). Sein Erfolgsrezept in den mehr als 35 Jahren war simpel: Er ging immer wieder vorbei bei potentiellen Kunden und seine Argumente blieben stets dieselben. Er versuchte nie, die Leute zu überreden oder zu einem Kauf zu drängen. Er war einfach für seine Kundschaft da. Sein Motto: «Du musst es einfach leben, auch am Abend und am Wochenende. Das spüren die Menschen.» Die Zeit gab ihm recht. Später nannten sie ihn respektvoll den «Oel-Brack», weil er für sie das Unternehmen verkörperte. Seine Kunden vertrauten ihm und bestellten. Über die Jahre wuchs sein Umsatz und blieb konstant hoch. War jemand unsicher, welches Öl er für ein Fahrzeug oder eine Maschine nehmen sollte, rief er den «Oel-Brack» an. In jungen Jahren fuhr Mänu Steiner noch Motocross. Doch kurz nachdem er bei Oel-Brack angefangen hatte, gab er das auf. Warum? «Weil das Geschäft für mich Priorität hatte», macht er deutlich. Was bis heute blieb, ist seine Passion für die Jagd. Und in den letzten Jahren wurde sein Wohnmobil – so gross, dass es einen LKW-Fahrausweis verlangt – immer wichtiger.
«Im Sommer fahren wir in den Norden, im Frühling und Herbst nach Südtirol und auf die Insel Elba», erzählt er.
Braucht es in Zukunft noch Verkäufer wie ihn? Da läuft doch alles übers Internet und KI-gestützt: «Nein, es geht nach wie vor um die persönliche Beziehung. Menschen kaufen bei Menschen ein. Vieles mag sich geändert haben und wird sich noch ändern, aber das Persönliche bleibt», erklärt er.