Was ist in der Schweizer Bergmeisterschaft 2024 alles passiert? Ein Rückblick aus Sicht der einzelnen Midland Piloten und Pilotinnen:
RobinFaustini
Robin Faustini reüssierte in Serie: 7 Starts, 7 Tagessiege. Im ersten Jahr mit seinem neuen Nova Proto mit EMAP-Turbomotor aus Frankreich hat er alle hinter sich gelassen und stand schon beim drittletzten Rennen als Meister fest. Kritiker mäkeln, dass zwei grosse Namen nicht an den Start gingen oder ausfielen. Diese These hinkt deshalb, weil Robin drei neue Streckenrekorde aufgestellt hat. Den Rekord am Gurnigel hat er sogar um 0,7 Sekunden unterboten. Für den Traum, der jetzt in Erfüllung ging, hat er viel gearbeitet und geopfert.
Michel Zemp
Michel Zemp startete mit einem neuen 1170er-Turbomotor in seinem Norma M20 und betrachtete das Jahr 2024 von Anfang an als Lehrjahr. Er startete mit Klassensieg und 2. Gesamtrang am Hemberg sehr gut in die Saison. Doch dann kamen die technischen Probleme rund um Motor und Antriebsstrang. Oft packte das Zemp Racing Team vor dem Rennen wieder zusammen und reiste nach Hause. Ein Lichtblick war Oberhallau, wo Michel gute Zeiten und einen 2. Rang in der Klasse und den 7. Gesamtrang erreichte - und das sogar mit technischen Problemen. Das Potenzial ist da. Er hofft, dass er es 2025 auf die Reihe kriegt.
Marcel Steiner
Für den amtierenden und mehrfachen Bergmeister Marcel Steiner war die Saison nach zwei Testläufen am Hemberg zu Ende. Schwierig war die Situation mit den von LobArt in Italien gelieferten Aerodynamik-Teilen, die das Auto langsamer anstatt schneller machten. Also entschied das Team, wieder die alte Verschalung zu verwenden. Doch der Motor spielte nicht mit und die Ursache war nicht auffindbar. Das Team packte zusammen. Durch viele Faktoren kam es schliesslich Mitte Jahr ohne einen weiteren Start zum Bruch mit dem Chassis-Lieferanten. Seither ist Marcel auf der Suche nach einem neuen Auto, denn er will 2025 mit voller Kraft wieder angreifen.
Vanessa Zenklusen
Die in Oberhallau heimisch gewordene Walliserin Vanessa Zenklusen ist zufrieden mit ihrem Jahr. Ihr Highlight ist der Klassensieg mit Streckenrekord im Rennen St-Ursanne–Les Rangiers. Bei einigen Bergrennen und Slaloms wurde sie von Defekten an ihrem Subaru Impreza ausgebremst. Dennoch kam sie bis auf einmal immer ins Ziel - und belegte in der Bergmeisterschaft für Tourenwagen den 14. Schlussrang. Sie fühlt sich wohl mit ihrem „Subi“ und will nächstes Jahr die gesamte Berg- und Slalommeisterschaft sowie einzelne Rennen im Ausland bestreiten.
Simon Wüthrich
Simon Wüthrich war bei den meisten Rennen dieses Jahr der zweitschnellste Tourenwagen, im letzten Rennen sogar der schnellste. Das war der Höhepunkt einer guten Saison ohne technische oder andere Probleme. Total erreichte er den 4. Gesamtrang in der Schweizer Meisterschaft. Er betont die Team-Leistung, die hinter diesem Erfolg steht, und freut sich aufs nächste Jahr.
Fotos: Peter Hartmann, myrally.ch