Auch die diversen politischen Spannungsfelder tragen natürlich zu der unverändert nervösen Stimmung auf dem Markt bei. Dabei ist der Konflikt in der Ukraine etwas in den Hintergrund geraten, weil man sich nach der ersten Konfusion organisiert hat: Während Europa die Russen sanktioniert, bedienen sich Indien und China gerne zum Discountpreis.
Etwas brisanter präsentiert sich die Lage im Nahen Osten: Die militärischen Auseinandersetzungen an der israelischen Peripherie sorgen grundsätzlich zwar nicht für grosse Hektik an den Handelsplätzen, allerdings immer nur unter der Voraussetzung, dass sich der Iran nicht offensiv in der Vordergrund schiebt. Kriegerische Auseinandersetzungen können sehr ambivalente Auswirkungen auf den Oelpreis haben: Einerseits kann dadurch die Produktion eingeschränkt werden, was steigende Preise auslöst. Andrerseits wird dadurch auch die Konjunktur eingebremst, was bei sinkenden Verbräuchen einen schwächeren Impuls generiert.
Und sobald die Notierungen zu sehr ins Rutschen geraten, intervenieren die Oelproduzenten rund um die Opec und stabilisieren die Situation durch strategische Bremsmanöver. In diesem Spannungsfeld und Preisband scheint es also weiterzugehen, saisonale und nationale Aspekte wie Wasserstand im Rhein und Wetterentwicklung sind dann jeweils entscheidend für die preislichen Feinheiten.