Zusätzlich sind folgende Eigenschaften elementar bei Hydraulikölen:
- Luft- und Wasserabscheidevermögen
- Schaumverhalten
- Filtrierbarkeit
Kraftübertragung im Hydrauliksystem
Hydrauliköle müssen unter Druck Maschinenteile in Bewegung bringen. Normalerweise wird das Öl durch eine Leitung gepumpt um am Ende der Leitung ein Kolben zu bewegen. Dank dem Hebelgesetz kann so mit einer kleinen Pumpleistung (geringe Eingangskraft) eine grosse Ausgangskraft erzeugt werden.
Schmieren
Hydrauliköle müssen auch die beweglichen Teile des Hydrauliksystems schmieren, damit diese mit reduziertem Krafteinsatz bewegt werden können und die aufeinander gleitenden Metallteile vor Abrieben geschützt sind.
Wichtig ist dabei auch die ISO-Viskosität. Je nach Anwendungsbereich ist eine andere Viskosität gefragt. Zudem gibt es Mehrbereichshydrauliköle, welche dank bestimmten Additiven ein verbessertes Viskositäts-Temperaturverhalten aufweisen.
Schützen
Das Hydrauliköl hat die Aufgabe, Korrosion zu verhindern. Als Korrosion wird die durch Oxidation bewirkte Zersetzung eines Metalls definiert. Durch die Zugabe von Korrosionsinhibitoren in Hydraulikölen, bildet das Öl auf den Metallteilen eine Schutzschicht vor Wasser, Sauerstoff und anderen korrosiven Stoffen und schützt somit den Motor.
Kühlen und Reinigen
Das Hydrauliköl hat einerseits die Aufgabe, das Hydrauliksystem zu kühlen, indem es die entstehende Wärme aufnimmt und abträgt. Zudem transportiert es entstehenden Schmutz wie etwa Metallspäne oder sonstige Verunreinigungen zum Ölfilter.
Luft- und Wasserabscheidevermögen
Ein bisschen Luft ist in jedem Hydrauliköl vorhanden. Wird dieser Anteil jedoch zu gross, so besteht die Gefahr des „Dieseleffektes“ bei dem sich das Gemisch aus sauerstoffhaltigen Bläschen und Öl entzündet und dadurch Russpartikel entstehen wodurch das Öl dunkel gefärbt wird.
Ebenso stören Wasserpartikel die Funktionalität des Öles. Anders als beim Motorenöl, wo allfällige Wasserpartikel im Verbrennungsraum vernichtet werden, bleiben sie im Hydrauliköl bestehen und sorgen für eine beschleunigte Bildung von Korrosion und Kavitation. Daher sollte sich das Wasser vom Öl trennen und kann so entnommen werden. Es gibt jedoch auch Systeme, bei welchen sogenannte HLPD bzw. HVLPD Öle eingesetzt werden, welche die Wasserpartikel im ganzen Öl in winzige Partikeln verteilen und somit bis zu einem gewissen Grad neutralisieren.
Schaumverhalten
Schaum entsteht meistens durch Bläschen, die im inneren des Öles entstehen jedoch beim aufschwimmen auf dem Öl nicht zerplatzen. Sollten sich solche Bläschen häufen, so entsteht der Schaum. Dieser ist schlecht für das Hydrauliksystem, da er die Abfuhr der Wärme hindert und auch aus kleinsten Systemöffnungen herausquellen kann. Der entstehende Ölverlust führt dann zu einer mangelnden Schmierung wodurch es zu Verschleiss kommt. Oftmals fördert ein übermässiger Einsatz von Additiven die Entstehung von Schaum. Bei der Herstellung von Hydraulikölen wird daher ein Antischaumzusatz beigemischt, damit dieses Schaumvorkommen unterbunden werden kann.
Filtrierbarkeit
In den heutigen Hydrauliksystemen kommen immer entweder fest verbaute oder mobile Filter zum Einsatz. Sie dienen dazu, das Öl vor Verunreinigungen zu befreien und somit eine möglichst lange Lebensdauer des Öles zu gewährleisten, was entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Hydrauliksystems ist.
Die Filtrierbarkeit des Hydrauliköles definiert die Veränderung des Differenzdrucks beim Durchfliessen eines Filters. Das Verkleben des Filters zum Beispiel kann zu einem Druckanstieg beim Durchfluss führen, was unbedingt verhindert werden soll.